Endlich schmerzfrei dank Antidepressiva


Wirksame Alternative zu Schmerzmitteln?
Endlich schmerzfrei dank Antidepressiva
Motortion Films/Shutterstock.com

Viele Betroffene von chronischen Schmerzen sind verzweifelt, wenn ihre Medikamente nicht mehr wirken. Antidepressiva versprechen dann Hilfe – zurecht?

Schwer zu behandeln

Von Fibromyalgie bis Rückenschmerzen: Mehr als ein Drittel aller Menschen leidet unter chronischen Schmerzen – also Schmerzen, die länger als 3 Monate andauern. Das Problem: Chronische Schmerzen sind oft nur schwer zu behandeln. Gängige Schmerzmittel wirken dann oft nicht und ein „Patentrezept“ gegen die Beschwerden fehlt bisher. Neben Schmerzmitteln, Physiotherapie und Psychotherapie setzen viele Ärzt*innen auch auf den Einsatz von Antidepressiva. Doch wie kann es sein, dass ein Medikament gegen Depressionen auch gegen Schmerzen hilft?

Ungleichgewicht im Gehirn

Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass bei Krankheiten wie Depressionen und chronischen Schmerzen das Gleichgewicht einiger Botenstoffe im Gehirn gestört ist. Antidepressiva helfen, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. So lindern sie Depressionen, aber auch chronische Schmerzen. Soweit die Theorie - ob Antidepressiva auch in der Praxis helfen, haben Wissenschaftler*innen in einer Analyse von über 150 Studien mit insgesamt fast 30 000 Patient*innen überprüft.

Nicht nur auf Medikamente setzen

Von 25 untersuchten Antidepressiva hat nur eines, nämlich Duloxetin, die Wissenschaftler*innen restlos überzeugt. Das Medikament hat in vielen verschiedenen Studien seine schmerzlindernde Wirkung unter Beweis gestellt. Als vielversprechend stellte sich auch Milnacipran heraus. Allerdings fehlen den Wissenschaftler*innen bei diesem Medikament noch weitere hochwertige Studien, um die Effekte sicher einzuordnen.

Doch was bedeuten diese Ergebnisse nun für Patient*innen? Die Studien zeigen, dass viele Betroffene von einer Therapie mit bestimmten Antidepressiva profitieren. Allerdings sind diese kein Allheilmittel und sollten nicht allein eingesetzt werden. Stattdessen empfiehlt sich ein mehrstufiges Therapiekonzept mit Medikamenten, Psychotherapie und Physiotherapie.

Quelle: Cochrane Library

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